Heinz Schlaffer schmunzelt. Die Lektüre von Walter Benjamins Rezensionen, immerhin gut 500 an der Zahl, in dieser Gesamtausgabe seiner Werke auf zwei Bände verteilt, verzwergen nicht den philosophischen Genius Benjamins. Laut Schlaffer fügen sie ihm lediglich eine Nuance hinzu, eine gesellige, witzige und weitschweifige; eine Leitidee zu suchen, erübrigt sich dabei, meint er. Von Rang sind die Texte für ihn dennoch, durch die Fülle der behandelten Gegenstände (Reiseberichte, Romane, Schulbücher u.v.m. bespricht Benjamin), durch Benjamins Unerschrockenheit, seinen Hang zur Polemik, sein aphoristisches Talent, das in Schlaffers Augen soziologisch oder psychologisch Komplexes in ein Bonmot übersetzt. Ganz anders der 1500 Seiten schwere Apparat der Ausgabe. Über dessen Überproportioniertheit ärgert sich Schlaffer. Darin drückt sich für den Rezensenten ein Missverständnis aus, die Bedeutung der Herausgeber betreffend und die von Benjamins Gebrauchstexten.