Tim Caspar Boehme nutzt diesen Band, der nichts grundsätzlich Neues zu bringen scheint, um Searles Sprechakttheorie noch einmal darzulegen. Demnach gibt es verschiedene Funktionen der Sprache: Sie beschreibt entweder in "Assertiva" die Welt, visiert in "Expressiva" eine Möglichkeit der Veränderung der Welt an oder verändert die Welt gar mittels "Deklarativa". Letztere Akte (typisch in: "hiermit erkläre ich Sie für verheiratet") sind für Searle zentral und bilden laut Boehme die Grundlage der ganzen Searleschen Philosophie. Durch "Deklarativa", so der Rezensent, sieht Searle die ganze soziale Welt begründet - und dieser Aspekt, der Boehme ein bisschen überstrapaziert vorzukommen scheint, ist auch der Mittelpunkt des neuen Buchs. Boehme legt es mit höflichem Interesse zur Seite, auch wenn er sich über den bei Sprechakttheoretikern unvermeidlichen Hang zur Systematisierung milde mokiert.