Nina Bußmanns neuer Roman lässt den Rezensenten Ronald Düker an Alain Delon und Romy Schneiders Film "Swimming Pool" denken, die Gemeinsamkeit liege darin, dass beide zunächst entspannte Erholung in Frankreich versprechen, die Stimmung aber recht schnell kippt, als einige Unbekannte eintreffen. Bußmann stellt die Protagonistin Elena ins Zentrum, deren Job in einer Galerie eher dem Zeitvertreib dient, das Geld bringt Ehemann Kolja nach Hause, die beiden Kinder haben die Pandemie nicht so gut verkraftet, erfahren wir. Es kriselt in der Beziehung, deswegen fährt Elena zunächst ohne Kolja mit den Kindern nach Frankreich, er gibt ihr noch einen Ratgeber zur Polyamorie mit, erzählt Düker. Neben der psychologisch genauen Auffassungsgabe der Autorin überzeugt ihn "der dumpfe Phantomschmerz eines Ungesagten", der immer mitschwinge. Ein lesenswertes, spannendes Kammerspiel, lobt der Kritiker.