Wiebke Porombka hat drei neue Kindheitsgeschichten gelesen, in denen alles andere als romantische Idylle herrscht, was aber vielleicht gerade ihre Erzählkraft beflügelt, wie sie glaubt. Die "Antibiografie" von Wojciech Kuczok hat begeisterte Kritiken geerntet, weiß die Rezensentin. Darin blickt ein mittlerweile erwachsener Erzähler auf die durch den brutalen Vater beherrschte Kindheitshölle zurück, die erst dann wirklich ihre Macht verliert, als das Elternhaus von einer Schlammlawine verschlungen wird, die die Eltern in den Tod reißt, fasst die Rezensentin zusammen. Ihr ist vor allem die große "Wut" aufgefallen, die den Roman durchzieht, und sie findet es deshalb auch nur folgerichtig, dass das Buch nach einem derartig "apokalyptischen" Ende verlangt, um den Vergeltungsfantasien des Erzählers genüge tun zu können.