Schade, dass Jonathan Haidt in seinem Buch so apodiktisch und an der Wissenschaft vorbei argumentiert, meint Rezensent Piotr Heller. Denn das Thema ist wichtig, so Heller, schließlich geht es um die Auswirkungen digitaler Medien auf die jüngere Generation, insbesondere seit dem Jahr 2010 und der Verbreitung von Technologien wie Selfie-Kameras und sozialer Medien, die auf Hyperviralität abzielen. Haidt zitiert Doomsday-Statistiken zum Beispiel hinsichtlich Teenager-Selbstmorde, die aber möglicherweise, kritisiert Heller, nicht weltweit generalisierbar sind. Der Rezensent ärgert sich auch, dass Haidt alternative Erklärungen wie etwa Corona außer acht lässt. Dass die Forschungslage seine Argumentation eher nicht stützt, gesteht der Autor laut Heller sogar ein, was die Sache aber nicht besser macht. Ärgerlich ist das auch deshalb, weil einige der beschriebenen Mechanismen, etwa was Schlafentzug via Technologie betrifft, für Heller durchaus einer Diskussion würdig sind. Auch Haidts Vorschläge zur Behebung des Problems kann der Rezensent hier und da etwas abgewinnen; insgesamt also offenbar ein Buch, das wichtige Anregungen enthält, aber leider seine These zu lautsprecherisch verkündet.