Auf seiner Homepage schreibt Frido Mann: "Dass ich heute Schriftsteller bin, nehmen mir viele Menschen übel." Rezensent Willi Jasper, der sich der neuen Autobiografie des "Lieblingsenkels" Thomas Manns (der Frido als Vorlage für den kleinen Nepomuk Schneidewein bzw. "Echo" nahm, den er im "Doktor Faustus" vierjährig an einer eitrigen Hirnhautentzündung sterben lässt) annimmt, gehört nicht zu diesen Menschen. Abseits des unvermeidlichen Schauwerts, den jede Veröffentlichung der weitverzweigten Mann-Familie abgibt, hat "Achterbahn. Ein Lebensweg" des Psychologen Frido Mann für Jasper einen Mehrwert, der sich eben nicht aus der Abarbeitung des Enkels an seinem Über-Großbvater ergibt, sondern sich vor allem der selbsttherapeutischen Beschäftigung mit dem Vater, Michael Mann, verdankt. Kurzum: voyeuristische Erwartungen des Lesers werden enttäuscht, dafür aber viele Informationen gegeben, die für den Rezensenten wichtiger sind als Neues aus dem Thomas Mann'schen "Gruselkabinett".