"Punk", "krass", "böse" - auch auf das neue Buch von Barbi Marković treffen diese Beschreibungen zu, mit denen schon ihr letzter Roman bedacht wurde, meint Rezensentin Jolinde Hüchtker. In diesem Fall fügt sie noch ein "urkomisch" hinzu: Denn höchst erheiternd und dabei gleichzeitig erschreckend findet sie, wie die in Belgrad geborene Wiener Autorin in einer Mischung aus spätkapitalistischem Alltag, absurden Horror-Elementen, Romanerzählung und Comic-Form von der Beziehung zwischen Mini und Miki erzählt, zwei Micky-Maus-ähnliche Figuren, die unter mal mehr, mal weniger üblichen Alltagsproblemen leiden, zum Teil surrealen Ausmaßes: "Mini ist heute schlecht drauf, deshalb muss sie den ganzen Tag Serien schauen", zitiert Hüchtker etwa, dann wieder sorgt der gegenseitige Ekel beim Wegputzen vom Schmutz des anderen im Bad fast für eine "Beziehungstat", und nachdem Mini zu lange durch Instagram scrollt, laufen ihr die Augen aus. Wie die Autorin all dies schreibt, in "klaren Sätzen, die knallen", und dabei neben Zeichnungen auch "Gastgeschichten" anderer Autor*innen wild integriert, begeistert die Kritikerin. Ein innovatives, zynisches und höchst amüsantes Buch, findet sie.