Einen außergewöhnlichen, starken Debütroman legt Ruth-Maria Thomas laut Rezensent Przemek Żuk hier vor. Im Zentrum steht Jella, die zu Beginn des Buches ihren Freund Yannick, nachdem der sie fast getötet hatte, bei der Polizei angezeigt hat und sich in der Folge an frühere Beziehungen und ihr Verhältnis zur Sexualität erinnert. Es geht um Probleme der Einvernehmlichkeit, um den Wunsch, es den Männern immer Recht zu machen, und sei es auf Kosten des eigenen Gefühlslebens, auch um Jellas eigenes verletzendes Handeln in Beziehungen, was letztlich ihr einziges Machtmittel war, so Zuk. Jellas Herkunft aus der Lausitz ist ihm zufolge ebenfalls wichtig. Insgesamt zeige das Buch, wie Jella von ihrer Umgebung geprägt wurde. Erzählt ist dieser präzise auf den Alltag blickende Roman in Jellas eigener Sprache, die in ihrer Bildhaftigkeit, so der Rezensent, manchmal schwer zu ertragen, aber stets literarisch ist. Ein lesenswertes, überraschendes Buch über Beziehungen und Gewalt, lobt der Kritiker.