Ein Künstler, dessen Nachname als "Markenzeichen" funktioniert, der hat es in die erhabenen Sphären der Kultur geschafft, hält Rezensent Florian Eichel angesichts der von Tobias Rüther verfassten Biografie Wolfgang Herrndorfs fest, bei der ebenfalls der Zuname als Titel reicht. Ausführlich erzählt Rüther aus dem Leben des "Tschick"-Autors, manchmal mit allem Detailreichtum etwas zu sehr als "Fan für Fans", findet Eichel, dennoch freut er sich über die kenntnisreichen Schilderungen über den Werdegang Herrndorfs vom legendären Forumsmitglied der "Höflichen Paparazzi" zum Bestseller-Schriftsteller. Besonders überzeugt ihn, wie der Verfasser die letzten Lebensjahre seines Protagonisten bis zu seinem Suizid, geprägt von Tumordiagnose und durchschlagendem Erfolg, präzise und behutsam nachvollzieht. Nicht nur dafür hat es sich gelohnt, dass die Erben Rüther als erstem Zugang zum Nachlass gewährt haben, resümiert der überzeugte Kritiker.