Das muss man erstmal schaffen, einen Roman so voller Witz, Warmherzigkeit und skurrilen Einfällen über einen Selbstmordaspiranten zu schreiben, der dann auch noch von Klimakatastrophe, Terrorismus, Sexismus und dysfunktionalen Familien handelt, staunt Rezensent Reinhard J. Brembeck. Aber Fernando Aramburu gelingt das Kunststück und so folgt der Kritiker nicht ohne Vergnügen jenem geschiedenen Macho Toni, der seinem Leben ein Ende setzen will und gern und häufig mit seinem Kumpel Humpel streitet. Gänzlich auf Chronologie verzichtend lässt Aramburu Toni Erinnerungsfetzen und Mini-Essays über "sexuelle Vorlieben und Grobheiten", Frauenfeindlichkeit, Uwe Seeler, Schopenhauer, Spinoza oder Biodiversität und Stierkampf notieren, resümiert Brembeck, der sich zudem mit Aramburus Romanpersonal vergnügt - auch wenn er die meisten lieber nicht persönlich kennenlernen möchte. Großartig auch die spiegelbildliche Anordnung der Figuren, unter denen sich auch eine doppelte Wiedergängerin von Prousts Madeleine findet. Damit aber sollen sich Philologen beschäftigen, meint der Kritiker. Alle anderen dürfen sich erfreuen an diesem leichthändigen und doch klug konstruierten Roman, schließt er.