Dem schillernden Leben von "Revolutionärin, Spionin, Schriftstellerin" Larissa Reissner (1895-1926) hat Steffen Kopetzky seinen neuen Roman gewidmet - benannt ist das Buch nach einem Schachmanöver, das sich einer Täuschung bedient, weiß Rezensentin Cornelia Geissler. Das "Damenopfer" besteht, wie der Name schon sagt, darin, die Dame zu opfern, um dann, wie aus dem Nichts, den König des Gegners mit einer eigentlich schwächeren Figur zu schlagen, erfahren wir, die Protagonistin setzt es dazu ein, einen deutschen Offizier zum Reden zu bekommen, nur eine von vielen bedeutenden Persönlichkeiten, mit denen Reissner ihre Zeit verbringt, auch Maxim Gorki und Anna Achmatowa bewegen sich in ihrem Dunstkreis. Dem Autor und seinem "Faible für historische Stoffe" kann Geissler da auch ein paar sprachliche Schnitzer verzeihen - wer reicht eine bayrisch anmutende "Brotzeit" zum Wodka? -, vermag Kopetzky es doch, diese spannende Figur dem Vergessen zu entziehen, wie sie schließt.