Die hier rezensierende emeritierte Historikerin Ute Daniel findet im Grunde sehr löblich und sinnvoll, was Jens Bisky in seinem Buch über das Ende der Weimarer Republik anstrebt: Nämlich zu zeigen, dass es nicht zwangsläufig auf die Machtergreifung der Nationalsozialisten hinauslief, sondern Hitler vielmehr auch als eine Art "Nettoresultat" vieler getroffener Entscheidungen begriffen werden könnte, wie Daniel formuliert. Das gelinge dem Autor überwiegend gut, dank der gewählten Form der panoramaartigen Nebeneinanderstellung vieler einzelner Entscheidungsträger und "Schlüsselmomente" - ohne in die Falle der monokausalen Erklärungen zu tappen, lobt Daniel. Dann wieder hat sie doch den Eindruck, dass Biskys Auswahl eine zirkelschlussartige Erklärung "Hitlers durch Hitler" zumindest auch zulassen könnte - aber irgendeine Auswahl müsse man eben treffen, und für sie scheint doch das Facettenreichtum der Darstellung zu überwiegen, in der auch ganz andere mögliche Ausgänge dieses historischen Kapitels erahnbar werden. Ein sowohl in thematischer wie in formaler Hinsicht fulminantes Buch voller spannender Quellen, dass den Untergang der Weimarer Republik mit viel "Wumms" zu veranschaulichen vermag, lobt die Kritikerin.