Mehr als nur gerecht wird Inger-Maria Mahlkes Roman seinem offensichtlichen Vorbildswerk, Thomas Manns "Buddenbrooks", freut sich Rezensentin Judith von Sternburg. Anders als Mann blickt Mahlke, führt von Sternburg aus, nicht von oben auf ihre Version der Lübecker Bürgersfamilie - hier mit Namen Lindhorst - herab, sondern nähert sich ihr aufmerksam und ohne Vorurteil. Das Buch spielt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und entwirft eine Skizze der Lübecker Gesellschaft, die, so die Rezensentin, einerseits viel Zeitkolorit enthält, andererseits aber auch mithilfe der Sprache der Gegenwart entworfen ist. Viele Personen werden eingeführt und manche schnell wieder fallengelassen, beschreibt von Sternburg, Politik und soziale Differenzen sind präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das gilt auch für das Thema Antisemitismus - Teile der Familie Lindhorst sind jüdisch - das sich laut Rezensentin eher von der Seite ins Buch schleicht. Ein lebensnah anmutendes und doch perfekt durchgestaltetes Buch, so das enthusiastische Fazit.