Für Martin Halter ist John Wray ein Meister des "popkulturellen Zeitreise-Romans", den man gut und gerne in einem Atemzug mit Thomas Pynchon, David Mitchell oder Haruki Murakami nennen kann. Mehr noch: In Wrays viertem Roman stecken nicht nur sieben Jahre Arbeit, sondern Anspielungen auf Augustinus, Plotin, Proust, Manns "Buddenbrooks", die Relativitätstheorie oder Scientology, Wittgenstein, Heisenberg, Klimt oder Joan Didion, erklärt der Kritiker, der zudem bewundert wie der Autor die Great American Novel mit europäischer Gedankenschwere verbindet. Erzählt wird die Geschichte der deutsch-österreichischen Familie Tolliver, die sich auf verschiedene Weise über Generationen hinweg mit Zeitforschung beschäftigt, erklärt der Rezensent. Großartig, wie der Autor mit Witz und Tempo mit grotesken Momenten, kuriosen Figuren und wunderbaren Einfällen spielt und dabei doch den Überblick behält, schwärmt Halter, der auch mit Bernhard Robbes Übersetzung sehr zufrieden ist.