Am Anfang dieses Romans steht ein Gemälde, dessen Motive im ganzen Roman wiederkehren wird, erklärt die Rezensentin Ursula März: "die Rolle des Künstlers im eigenen Kunstwerk, das Dunkel der Vieldeutigkeit, der Sog des Enigmatischen, das Irrlichtern, Shiften und Verlaufen der Identität". In der Tat beschreibe Siri Hustvedt zwei benachbarte, übereinander wohnende New Yorker Familien, eine Künstlerfamilie um den Maler des eingangs beschriebenen Gemäldes, und eine Intellektuellenfamilie, die beide für die Rezensentin sehr an das kunstliebende "Bürgertum des letzten fin de siecle" erinnern, und deren Leben ineinander greifen und sich symbolisch verschränken. Während sich die Frau des Malers mit psychischen Pathologien beschäftige, erlangten die Kunstwerke des Malers "prophetischen" Charakter, in denen "das Unbewusste der erzählten Geschichte" stecke. "Wer ist wer, und wer lebt wessen Leben?" sind für März die Fragen, die sich subtil aber unaufhaltsam durch den Roman ziehen, so "diskret" und so "indirekt" wie die von der Autorin eingestreuten "Zeichen und Vorzeichen". Denn die "extreme Verlangsamung" des Erzählens sei nichts als "die Ruhe vor dem Sturm", vor der bevorstehenden Katastrophe, dem Tod einer der Söhne. Daraufhin entwickle sich der andere Sohn zu einem "Monster", zu einem "kostümierten Nichts", der einem "sinistren" und gewaltverherrlichenden Künstler anheim falle, in dem die Rezensentin Marilyn Manson zu erkennen meint. Diese "Verbindung dieser Tragödie mit aktueller Kulturgeschichte und mit Kulturkritik" sei auch der Schwachpunkt dieses Romans, der aber trotzdem "Hustvedts bisher eindrucksvollster und ambitioniertester Roman" bleibe.