Gleichzeitig Wissenschaftsgeschichte und neue wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert Lucy Cooks Buch, freut sich Rezensentin Petra Ahne. Und zwar geht es, lernen wir, um die Forschung zu Tierweibchen, die lange vernachlässigt wurden, weil die Männchen im Mittelpunkt standen, und oft analog zu den gesellschaftlichen Verhältnissen beim Menschen als dominant beschrieben wurden. Cook zeigt, anhand der Arbeit einer Reihe von Forscherinnen, auf, was dabei unter den Tisch fällt: zum Beispiel männchenfressende Spinnenweibchen und weibliche Lemuren, die den Männchen nur die Reste der Mahlzeiten überlassen. Auch bei der Partnerwahl sind Weibchen, führt Ahne mit Cook aus, oft aktiver als angenommen, auch die Vermutung, dass männliche Tiere promisker sind als weibliche, stellt sich oft als falsch heraus. Ein wenig vermisst die Rezensentin die Analyse möglicher Bestätigungsfehler, da auch die neue Forschergeneration möglicherweise eigene Vorurteile in die Wissenschaft einbringt; insgesamt jedoch beschreibt Ahne die Analyse als äußerst erhellend, auch mit Blick auf die Vielfalt evolutionärer Mechanismen, die aufzeigt, dass die Natur keineswegs heteronormativ und strikt zweigeschlechtlich organisiert ist.