Im Grunde hält Rezensent Martin Zips mit dieser Chronik gleich zwei neue Bücher von Hape Kerkeling in den Händen: Zum einen nämlich ergründet Kerkeling mit Hilfe von Internet-Stammbäumen seine Ahnengeschichte und entdeckt nicht nur, dass er dank einer angeblichen Affäre seiner Urgoßmutter mit dem englischen König Eduard VII. verwandt sein könnte, auch Verbindungen zu einem Münsteraner Fastnachtsdichter oder einem Bordellbetreiber in Amsterdam macht er ausfindig. Das ist launig zu lesen, mitunter aber auch langatmig, wenn Kerkeling immer wieder Spinoza zitiert oder Wappen erläutert, räumt Zips ein. Deutlich spannender findet der Kritiker ohnehin Kerkelings persönliche Erinnerungen, etwa an seinen niederländischen Freund Duncan, der an Aids starb - oder an jene Jahre der miefigen Achtziger, als ihm vom WDR geraten wurde, lieber eine Scheinehe einzugehen als seine Homosexualität öffentlich zu machen. Beide Teile des Buches eint aber Kerkelings Witz, seine Tiefgründigkeit sowie die Selbstironie und das gute moralische Gespür, lobt der Rezensent, der findet: Kerkeling ist definitiv besser gealtert als manch anderer Kollege.