Einer wie Bill Gates, der die Welt, in der wir Leben, in mehrfacher Hinsicht geprägt hat, hat sich laut Rezensent Andrian Kreye durchaus eine mehrbändige Autobiografie verdient. Der jetzt vorliegende erste Teil ist allerdings, fügt Kreye hinzu, nicht unbedingt eine allzu fesselnde Lektüre. Sie behandelt die frühen Lebensabschnitte des Autors bis zur Gründung von Microsoft, greift aber auch schon Themen auf, die vermutlich in den geplanten weiteren beiden Büchern, die dem Siegeszug seiner Firma und seiner Wandlung zum Philanthropen gewidmet sind, ausführlicher behandelt werden. Kreye zeichnet entlang der Lektüre Gates' Kindheit und Jugend nach, er wuchs in einer prototypischen amerikanischen Wohlstandsfamilie auf, begeisterte sich früh für Computertechnik und lernte bereits in der Schule den späteren Microsoft-Co-Gründer Paul Allen kennen. Allzu nah kommt man an den jungen Bill Gates nicht heran in diesem Buch, findet der Rezensent, das ist schlicht das Leben eines Nerds, Mädchengeschichten kommen kaum vor, mit der Popkultur seiner Zeit hat er wenig Berührungspunkte, und wenn er mal LSD nimmt, erinnert er sich vor allem an den Zahnarztbesuch am Folgetag. Gates ist in diesem Buch einer, der Bürotechnologie herstellt, die mit Computerutopien nicht viel zu tun hat, spannend wird das nur für Leute, die sich für Gleitkommas und ähnliches interessieren. Auf die beiden Folgebände scheint der vom Menschen Gates faszinierte Kreye dennoch neugierig zu sein.