Ein eindrückliches Buch über drei Generationen von Frauen zwischen Iran und den USA hat Sanam Mahloudji laut Rezensentin Laura Albermann geschrieben. Die Familie, um die es geht, ist wegen der Revolution aus dem Iran in die USA ausgewandert, lernen wir, die Mutter Elisabeth ist jedoch in der Heimat geblieben. Die Lügen dieser Mutter spielen dennoch im Leben der anderen Frauen eine wichtige Rolle, so Albermann, insgesamt geht es darum, wie Mythen das Leben von Menschen prägen, wie man sich aber auch von ihnen befreien kann. Albermann zeichnet einige Handlungsstränge nach, zum Beispiel den der Hauptfigur Shirin, die in den USA nie wirklich heimisch wird und während eines Skiurlaubs Probleme mit der Polizei bekommt. Keineswegs linear durcherzählt ist dieses auf eher abstrakte Weise mit den Diskussionen um den Iran der Gegenwart verbundene Buch, erläutert Albermann, die Zeitebenen vermischen sich oft. Insgesamt ein Buch, das ohne Schönfärberei auf seine Figuren blickt und zeigt, wie sie zwar von Unwahrheiten und Einsamkeiten auseinandergetrieben werden, sich aber dann doch noch zusammenraufen, so die interessierte, wenngleich nicht enthusiastische Rezensentin.