Diese "verschachtelte" Geschichte fragt nach dem Umgang mit der eigenen Sterblichkeit. Dass jede Geschichte eine Ausgangsfrage hat, ist bei der Autorin Husch Josten nicht ungewöhnlich, betont Rezensentin Lerke von Saalfeld. Allerdings findet sie gerade diese Frage "verstörend" und fühlt sich nunmehr zur Lektüre angeregt. Saalfeld lobt Jostens "nuancenreiche" Prosa und die Charakterbildung der Figuren ihres Romans - keine sei gleichförmig, linear, konsequent, sondern heimlich, vielschichtig, bewege sich zwischen mehreren Identitäten und Zuständen, ohne sich ganz zu offenbaren. Und Jostens Schreiben, so Saalfeld, bewege sich zwischen Philosophie, religiöser Exegese und der Schilderung prägnanter Liebesgefühle. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Freunden, die in "mäandernden Gesprächen" das Problem der Sterblichkeit verhandeln. Als Tessas Mann von ihrer Liebe zu dem jungen Intellektuellen Sourie erfährt, flieht der Geliebte nach Norwegen. Persönlich werden sie sich nicht mehr begegnen, denn Sourie stirbt unter ungeklärten Umständen in Norwegen. Nichts ist sicher oder absolut in Jostens Prosa - die Autorin liebe es, alles auf den Kopf zu stellen, die Karten immer wieder neu zu mischen, wie Saalfled es ausdrückt, und dass alles nur bis zu einem Punkt verhandelbar ist, gefällt der Rezensentin sehr.