Rezensent Oliver Jungen ist sehr angetan von Jan Peter Bremers neuem Roman, der starke autobiographische Züge trägt. Bremer entwirft hier ein Porträt des "revolutionären Künstlerkosmos" in den 1970er Jahren, der trotz allen progressiven Ideen und Dünkeln von denselben patriarchalen Strukturen dominiert wird, wie der Rest der Welt. Die dominante Vaterfigur, die dem Maler Uwe Bremer nachempfunden ist, der mit Frau, Kind und Künstlerkollegen ins Wendland übersiedelte, inkarniert diese, so der Kritiker. Der Sohn leidet zunächst durch dieses linke Künstlermilieu: von der Landjugend wird er gemobbt, in der Schule versagt er. Die "dandyhaften" Künstler lehnen die ländliche Bevölkerung um sie herum ab. Der Rezensent begrüßt , dass Bremer seine Geschichte in kurzen, teils divergierenden Episonden erzählt, in denen der Ich-Erzähler rückblickend sein Leid, aber auch die schönen Momente reflektiert, die so gut zur Geltung kommen. Schließlich findet der Junge über die Literatur zum Schreiben und damit Beachtung bei den Eltern und seiner Umgebung - "ein berührendes Vergnügen", schließt Jungen.