Wie bereits in "Hamnet" erweist sich Maggie O'Farrell nun erneut als "Expertin für schwierige Beziehungen" und als raffinierte Literatin, lobt Rezensentin Dorothea Westphal. "Schwierig" ist die Beziehung zwischen Claudette und Daniel nicht unbedingt, weil beide emotional versehrt sind, sondern aufgrund der Art und Weise, wie sie mit dieser Versehrtheit umgehen. Es ist der Zerstörungsprozess, der O'Farrell interessiert - wie das Schweigen, die Verdrängung von Fehlern aus Angst oder Scham eine Beziehung von innen heraus zersetzen können, lesen wir. Von dieser Zersetzung erzählt die Autorin spannungsreich, humorvoll, mit viel Feingefühl und Sympathie für ihre Figuren. Dabei wechselt sie immer wieder sprungartig die Zeiten, Orte und Perspektiven, was anfangs etwas konfus erscheinen mag. Doch man kann dieser Autorin vertrauen - am Ende fügt sich alles zu einem klaren Bild, dem Bild zweier Menschen, die zueinander und ineinander Trost gefunden haben, und denen man trotz ihrer Versäumnisse das Beste wünscht, so die berührte Rezensentin.