Rezensent Hartmut Burggrabe empfiehlt Helena Janeczeks Buch über die Kriegsfotografin Gerda Taro nicht nur als gelungenes Porträt, sondern auch als Zeitpanorama. Die in Italien lebende deutsche Autorin zeichnet aus der Sicht dreier Bezugspersonen Taros ein Bild der eigenwilligen Frau, die als erste weibliche Kriegsfotografin nach Spanien ging, aber oft in den Schatten ihres Ehemanns Robert Capa gestellt wird, erklärt der Rezensent. Dass die fragmentarische, multiperspektivische Struktur des Romans Janeczeks Bewusstsein für die literarische Konstruiertheit bezeuge, gefällt Burggrabe. Nur im breitgefächerten Zeitpanorama, das der Roman gleichzeitig entfaltet, findet sich ab und an "ein kleiner Schlenker zu viel", meint er. Insgesamt aber eine "kluge Hommage" und ein "dichtes" Zeitbild, das den Rezensenten auch in der gelungenen Übersetzung von Verena von Koskull überzeugt.