"Halb Kindheitserinnerung, hab skurilles Roadmovie des Widerwillens" hat Rezensentin Susan Vahabzadeh mit dem neuen Buch von Feridun Zaimoglu vor sich: Ausgangspunkt des Romans ist der Tod des Vaters. Der Erzähler, ein in Kiel lebender Schriftsteller, mietet mit einem Verwandten ein Wohnmobil, um zur Beerdigung in die Türkei zu fahren, wohin die Eltern vor einigen Jahren zurückgekehrt sind. Diese Reise ist auch eine innere, meint Vahabzadeh. Der Erzähler träumt von seinem Vater, der in diesen Erinnerungen ein bisschen besser, ein bisschen sanftmütiger ist als er in echt war, dazwischen passieren zwischen unfreundlichen Grenzen und kalten Hotelzimmern allerhand mysteriöse Dinge, so die Kritikerin. Für sie ist das zentrale Thema dieses Buch die Trauer, die Erinnerungen und die "Prägungen" als Mensch mit "Migrationshintergrund", der sich nicht in Deutschland oder der Türkei zuhause fühlt, sondern nur in Kiel. Aber es geht, scheint ihr, auch um die Frage, inwieweit man sich als Mensch dem modernen, immer schnelleren Leben anpassen kann und sollte.