Leicht zu lesen ist es nicht immer, was die ehemalige RAF-Terroristin Silke Maier-Witt hier über ihr Leben berichtet, so Rezensentin Susanne Kusicke, eine lohnende Lektüre ist das Buch dennoch. Maier-Witt hatte eine unglückliche Kindheit, was sie selbst als Grund für ihre Radikalisierung anführt, ihre Mutter starb früh, erfahren wir. Sie war dann als Mitglied der zweiten Generation der RAF an der Schleyer-Entführung und -Ermordung beteiligt, bevor sie sich 1979 von der RAF abwendete und in der DDR untertauchte. Interessant sind gerade die Passagen über die DDR, findet Kusicke, in ihnen stellt die Autorin dar, wie sie sich der Stasi andiente und ideologisch gefestigter erscheinen wollte als alle Kollegen. Man nimmt Maier-Witt ihre Wandlung und ihre Reue ihre Taten betreffend im Großen und Ganzen schon ab, meint die Rezensentin weiterhin - allein, von den RAF-Opfern und deren Angehörigen ist erst spät im Buch die Rede. Immerhin, schließt Kusicke, ist Maier-Witt die einzige prominente RAFlerin, die sich deutlich von ihrer Vergangenheit distanziert und auch um Entschuldigung bittet. Gleichwohl bleibt auch dieses Erinnerungsbuch nicht frei von Ambivalenzen, findet die Rezensentin.