Seit er nicht mehr Außenminister ist, betätigt sich Joschka Fischer als Buchautor. Ein Buch folgt aufs nächste, und immer spielt Fischer mit den ganz großen Bauklötzen, immer geht es um die Weltordnung, den Krieg, die globalen Machtverhältnisse. So nun auch im jüngsten Buch, das Rezensent Thomas Speckmann zustimmend referiert. Teilweise scheint es, als würde Fischer in dem Buch offene Türen einrennen. Er empfiehlt etwa eine deutliche Aufrüstung Europas, und das ist inzwischen - nach Jahrzehnten der machtpolitischen Siesta - Konsens, notiert der Rezensent. Speckmann stimmt Fischer auch in seinen Ausführen zu diesem Punkt zu: Europa sei zwar jetzt "allein zuhaus", aber zur Kooperation mit den Vereinigten Staaten gibt es keine Alternative, und eine europäische Alternativstruktur zur Nato wäre nur ein Wasserkopf. Auch in anderen Fragen erhält Speckmann wertvolle Anregungen, ob es um den zu wünschenden europäischen Nuklearschirm oder das drohende , aber wahrscheinliche chinesisch-amerikanische Duopol der Zukunft geht. Wie immer hat Fischer mit den ganz großen Bauklötzen virtuos jongliert, findet Speckmann.