Isabel Bogdans neuer Roman erinnert Kritikerin Sandra Kegel leider an "einfallslose Tiefkühlkost": Es geht um eine Zweck-WG, nicht mit jungen Studenten, sondern Menschen jenseits der 50. Zu dem pensionierten Journalisten Jörg, der Schauspielerin Anke und dem Koch Murat zieht die Zahnärztin Constanze, die immer dann aus ihrem Leben flüchtet, wenn etwas ernst zu werden droht, erfahren wir. Dabei sind die Charaktere Kegel zufolge leider derart stereotyp und platt geschrieben, dass sie eher nach Fernsehfilm aussehen als nach literarischen Figuren, die die im Titel angesprochene Ähnlichkeit zu Goethes "Wahlverwandtschaften" einlösen könnten. Schade, resümiert die Rezensentin, die sich auch von dem Erzählstrang um Jörgs Demenz nicht überzeugt fühlt, eigentlich kann Bogdan das besser.