Ein Buch für die Insel, jubelt Rezensent Oliver Jungen, aber nicht für die einsame, sondern für eine gut bevölkerte, auf der Meyerhoffs Prosa eine ganze gestrandete Gesellschaft unterhält. Meyerhoff schreibt auch in diesem sechsten Band seines "Alle Toten fliegen hoch" Romanprojekts über das eigene Leben, wobei es, findet Jungen, letztlich völlig egal ist, was an den zahlreichen Bühnenanekdoten, die hier ausgebreitet werden, erfunden ist und was nicht. Neben Theaterleuten wie Claus Peymann kommt auch das Kino gelegentlich vor, etwa ein Dreh für die "Bibi und Tina"-Reihe, deren Hauptdarstellerinnen bei Meyerhoff schlecht wegkommen. Zentrales Thema ist diesmal jedoch die Mutter Meyerhoffs, der hier in einer geschickten temporalen Struktur, die eine kontinuierliche Erzählung in der Gegenwart mit Flashbacks verbindet, ein Denkmal gesetzt wird. Trinkfest, künstlerisch fast noch begabter als der Sohn und lebenslustig ist diese Idealmutter in Meyerhoffs Buch, beschreibt Jungen, der sich außerdem am selbstironischen, tragikomischen Stil des Autors erfreut. Tatsächlich bekommt der Autor diesmal die Romanform besser denn je in den Griff, findet ein rundum glücklicher Rezensent.