Gern begibt sich Rezensentin Elke Schmitter mit Elke Pollatscheks zweitem Roman auf eine Reise in die Normalität einer zeitgenössischen Bildungsbürgerfamilie. Diese besteht, führt Schmitter aus, aus zwei Kindern, Mutter und Vater, letzterer ist der Erzähler, der freilich stets die gesamten Familienverhältnisse mitdenkt. Größere Probleme sind abwesend, die kleineren jedoch werden, heißt es weiter, umso ausführlicher abgehandelt und zwar an fünf Tagen zwischen den Jahren mithilfe einer To-do-Liste der Hauptfigur. Die Idee mit der Liste gefällt Schmitter, weil dadurch in den Blick gerückt wird, dass Überforderung in unserer Gegenwart oft bedeutet, dass echte, materielle Probleme neben solchen bestehen, die eher mit dem Selbstkonzept, beziehungsweise mit dem Wunsch, ein besserer Mensch zu werden, zu tun haben. Offen bleibt dabei die Frage, so die Rezensentin, ob der Vater, letztlich für die Normalität einsteht oder bereits krankhaft verformt ist. Pollatscheks Roman verhandelt derartige Ambiguitäten in einer dynamischen, literarisch flexiblen Form, freut sich Schmitter.