Ein geschicktes literarisches Spiel spielt dieses Buch laut Rezensentin Bettina Baltschev. Denn Maud Venturas Roman handelt nur auf den ersten Blick, führt sie aus, von einer Ehefrau, die ihren Mann über alles liebt. Tatsächlich erzählt die Erzählerin und Hauptfigur genau das zwar unentwegt, aber es schleichen sich bald Zweifel ein. Tatsächlich stellt sich nach und nach heraus, rekonstruiert Baltschev mit Verweis auf die Theorien Pierre Bourdieus, dass die Erzählerin nicht aus Liebe, sondern aufgrund ihrer niedrigen sozialen Herkunft und den damit einhergehenden Abstiegsängsten auf ihren Mann fixiert ist. Sie hat sich, interpretiert Baltschev nach der Lektüre, von anderen Leuten einreden lassen, dass materielle Sicherheit das Entscheidende ist und Gefühle dahinter zurückstehen müssen. Das Ende dieses hintersinnigen Buches hält aber noch eine andere Überraschung parat - die von der Rezensentin freilich nicht verraten wird.