Monika Maron kennt Rezensent Jörg Magenau eigentlich als streitbare Autorin, in ihrem neuen Buch findet er sie aber ziemlich zurückhaltend. Das titelgebende Haus ist eine Alte-Leute-WG, die erstaunlich oft mit Feuer zu tun hat: Erst brennt Notre-Dame, dann der Wald des Dorfes, in dem sie leben, am Ende dann der Dachstuhl, verrät Magenau, der bei diesem Feuer-Motiv auch an Christa Wolfs "Sommerstück" denken muss. Die Bewohner der WG sind fast alle geschieden oder verwitwet und trotz ihres Wunsches, eine "Gemeinschaft der Gleichen" zu bilden, recht unterschiedlich, was die zentrale Diskussion um die Anwesenheit eines Pudels zeigt, meint der Kritiker. Die Runde trifft sich immer wieder am Küchentisch, um zum Beispiel Pazifismus, Klimawandel oder Verschwörungstheorien zu diskutieren, doch zum Streit will es niemand kommen lassen, stellt Magenau fest. Eine "gütige Gleichgültigkeit" prägt diese Menschen. Das macht sie für Magenau angenehm, aber das Aufgeben, das darin liegt, spürt er doch.