Rezensent Otto Kallscheuer findet im Buch des Kirchenhistorikers Jörg Ernesti über die Päpste seit 1800 nichts wirklich Neues oder gar Kritisches. Der Autor ist bemüht um "katholische Ausgewogenheit", meint Kallscheuer. So kann er Pius XI. als hellsichtig und Mann einer klaren Linie bezeichnen und bedauern, dass keine Seligsprechung stattgefunden hat. "Wohlwollend" findet Kallscheuer auch Ernestis Sicht auf andere Päpste: Pius XII, dem der Autor diplomatische Zurückhaltung zum Holocaust attestiert, oder auch Ratzinger. Harmlose Papst-Porträts, die das Mäzenatentum und die Schöngeistigkeit der Pontifexe loben, erklärt der Rezensent etwas zerknirscht.