So "intelligent wie anmutig" findet Rezensent Oliver Jungen den Roman von Anna Hope, der sich Fragen nach Klasse und postkolonialer Verantwortung stellt: Die Familie Brooke wird durch den Tod des Familienpatriarchen aus der Bahn geworfen, erzählt der Kritiker. Philip Brooke war eine höchst interessante Figur, steinreich durch das Erbe eines großen Landguts samt Herrenhaus, gleichzeitig Kind der "Gegenkultur" mit allem was dazuhört: Drogen, Sex, extreme Freiheitsliebe. Eine Art patriarchaler Hippie also, dabei nicht gerade sympathisch, so der Kritiker. In einer klugen Konstruktion aus Rückblenden werden die Beziehungen zwischen den Brooke-Nachkommen deutlich gemacht, die zur Beerdigung auf das Anwesen reisen. Hier wird vor allem gestritten, zum Höhepunkt kommt es dann, als Clara, die Tochter von Philips Zweitfrau, die Verstrickungen der Familie in Sklavenhandel im 18. Jahrhundert aufdeckt, so der Kritiker. Ohne sich "vorbehaltlos dem Moralismus" hinzugeben, nähert sich Hope Fragen nach dem verantwortungsvollen Umgang mit einem schweren Familienerbe. Gleichzeitig spricht aus dem Text auch die Hoffnung, dass es in zukünftigen Generationen besser laufen könnte, diese Position wird hier von der naturliebenden Tochter Frannie verkörpert, so der Kritiker, der das Buch durchaus empfehlen kann.