"Ein literarischer Tiefenpsychothriller" liegt Rezensent Jan Drees mit Emma Clines Hochstapler-Geschichte vor. Das Call-Girl Alex, lesen wir, ist nach mehreren ausstehenden Mietzahlungen so gut wie obdachlos, ihr Geschäft läuft nicht mehr. Eine Zeit lang wohnt sie bei dem reichen Kunsthändler Simon, der Alex aber nach einem peinlichen Autounfall während einer Party vor die Türe setzt, erzählt der Rezensent. Jetzt, so Drees, versucht Alex auf eigene Faust im Strand-Paradies Long Island zu überleben, schafft es, sich Zugang zur High-Society zu verschaffen, wo sie es aber nicht Fuß fassen kann. Es wird für Drees immer deutlicher, dass auf Alex, die dem Leser zu keinem Zeitpunkt sympathisch sei, keine Rettung wartet. Wie Cline das Bild einer Gesellschaft zeichnet, deren Individuen aus ihrer eigenen "Ohnmacht" heraus versuchen die Kontrolle über andere zu erlangen und daran scheitern - das findet Drees meisterlich.