Rezensentin Anna Vollmer empfiehlt Benno Gammerls Buch als Einführung in die queere Emanzipationsbewegung vom Kaiserreich bis heute. Gut gefällt ihr Gammerls Gespür für die Komplexität des Themas und dass der Autor nicht zwischen progressiven und konservativen Epochen unterscheidet, sondern zeigt, das Fort- und Rückschritt mitunter koexistieren, die Individualität der queeren Person nicht zu vernachlässigen ist und Homosexuelle keine homogene Masse sind. Besonders die Abschnitte über das Kaiserreich und die NS-Zeit arbeiten solche Ambivalenzen gut heraus, findet Vollmer. An anderen Stellen wirkt der Text auf sie redundant und ohne die wünschenswerte Tiefe, auch, weil Fallbeispiele fehlen.