Rezensentin Judith von Sternburg ist fasziniert vom fragmentarischen Ansatz, den die 1995 in Wien geborene Autorin für das Erzählen dieser Familiensaga wählt. Denn auch für von Sternburg ist nicht das imposante Epos die realitätsgetreue Form einer Familienerzählung. Vielmehr sind es kurze Anekdoten, variierende Episoden, die jedes Familienmitglied etwas anders in Erinnerung hat, die manche gar nicht kennen. In so einem, oft sogar in bloße Listen abdriftenden Stil erzählt die Ich-Erzählerin Alma von ihrer Geburt und den wiederkehrenden Mustern ihrer Familiengeschichte, wobei sie hauptsächlich auf die Frauen zurückblickt, bemerkt die Rezensentin. Es geht also um Almas Mutter Hilde, die eines Tages von einem Mann namens Konrad mit einem "Faust"-Zitat angesprochen wird und eine amouröse Verbindung eingeht. Es geht aber auch um Almas Urgroßmutter Henrike, die, in Norddeutschland geboren, nach Österreich zieht und versucht, sich dort ein Leben aufzubauen. Die kurzen Abschnitte wechseln unbemerkt vom Realistischen ins Träumerische und die Wortlisten liest von Sternburg eher wie eindrückliche Grafiken, die über ihre Wörter hinausweisen. Die begabte Erzähl- und Baukunst der Autorin, die die zahlreichen Motive des Textes zusammenhält, lobt von Sternburg ausdrücklich.