Mithu Sanyals "Antichristie" ist weder Essay, noch Sachbuch, kein Historienroman, kein Krimi und auch keine Science Fiction, es ist: Ein literarischer Smoothie, so Rezensent Carsten Hueck. Hip, bunt und gesund für die "Moralflora", ohne dass man irgendwas dafür tun muss, nicht mal kauen, eine leicht zu konsumierende Mixtur aus allerlei bis zur Unkenntlichkeit pürierten Zutaten. Ein bisschen Familiengeschichte, ein paar Zeitsprünge, ein paar Verwandlungen, einige spannende historische Persönlichkeiten wie etwa der indische Revolutionär Vinayak Damodar Savarkar, etliche Anspielungen und Filmzitate, viel häppchenweise dialogisch vermittelte postkoloniale Theorie, Hegel, Holmes, jede Menge Schenkelklopfer und Selbstironie, und so weiter. Ja, es steckt einiges Schmackhaftes und viel Nahrhaftes, heißt viel historisches und theoretisches Wissen in diesem Roman, das Problem ist nur, so Hueck, es fehlt die tragende Handlung, und es fehlen starke Figuren, denen man interessiert und/oder anteilnehmend folgt. Kurz gesagt, es fehlt der Biss. Tja, und wie man weiß: Was nicht gekaut wird, rutscht zum größten Teil einfach durch… Der Rezensent empfiehlt daher: "Obst und Gemüse"!