Ein dichtes und beziehungsreiches Buch, das doch ganz leise und sanft daherkommt: So beschreibt Rezensentin Undine Fuchs Carys Davies' Roman, in dessen Zentrum zwei Männer und eine Frau stehen. Die Männer begegnen sich, lesen wir, auf einer Insel, ein junger Pfarrer namens John landet hier, weil er deren Pächter, einen Schäfer namens Ivan, verscheuchen soll, auf dass das Land anders genutzt werden kann. Seine Frau Mary wiederum ist nicht auf der Insel, er hat jedoch eine Fotografie dabei, die sie zeigt. Die Technik ist neu, die Handlung spielt im Jahr 1843. Ivan verliebt sich in die Unbekannte. In diese Konstellation, die aus der Perspektive aller drei Figuren entworfen wird, spielen außerdem historische und mediale Kontexte mit hinein, fährt Fuchs fort. Ökonomische und religiöse Spannungen werden ebenso verhandelt wie die Rolle der Sprache oder auch der Sprachlosigkeit für die Liebe. Hört sich etwas anstrengend an? Der Eindruck täuscht, stellt die sehr angetane Rezensentin klar, Davies schreibt in einer reduzierten Sprache, die auf schöne Weise die einsame Inselwelt evoziert und trotz aller die Handlung prägenden Aufregungen viel Ruhe ausstrahlt.