Nicht nur, wie die Autorin Naturmetaphern einsetzt, gefällt Rezensent Carsten Otte an Kristine Bilkaus Roman: Die titelgebende Halbinsel verweist nicht nur auf den ostfriesischen Wohnort der Hauptfigur Annett, sondern auch auf Unsicherheiten im Zwischenmenschlichen, die sich dem Kritiker offenbaren, als Annetts Tochter Linn einen Kreislaufkollaps erleidet und nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wieder bei ihrer Mutter einzieht. Die Frauen müssen im Folgenden ihr Verhältnis zueinander neu bestimmen, wobei wir das Geschehen stets aus der Ich-Perspektive Annetts mitbekommen, deren Innenleben laut Kritiker ebenfalls in schön melancholischer, norddeutsch-reservierter Manier in den Text einfließt. Otte geht im Weiteren auf die Veränderungen ein, die sich nach und nach in Annetts Leben ergeben, die Hauptfigur, die seit ihrer Verwitwung eine einsame Existenz führt, wendet sich wieder stärker der Welt um sie herum zu. Wobei die bestimmende Tonlage dieses Buches die Fragilität bleibt, so Otte, dem das gut zu gefallen scheint.