Mit diesem Roman hat Jean-Baptiste Andrea 2023 den Prix Goncourt gewonnen, erinnert Rezensent Niklas Bender: Unterhaltsam und doch mit Sinn für historische Hintergründe handelt das Buch von Michelangelo Vitaliani, der 1986 in einem Kloster im Sterben liegt und sein Leben zwischen Kunst, Klerus und Romanze rekapituliert. Er wird von seinem Onkel als Bildhauer ausgebildet und vor allem ausgebeutet, bis er nach Florenz zur Familie Orsini kommt und sich in deren gleichaltrige Tochter Viola verliebt, resümiert Bender. Wir erfahren im Folgenden sowohl, was es mit dem Niedergang der Familie Orsini auf sich hat als auch, wieso es mit Viola und Michelangelo nicht klappt. Auch der italienische Faschismus spielt in der Geschichte eine Rolle. Am besten gefällt dem Kritiker die Lebendigkeit, mit der Michelangelos Kunstwerke geschildert werden: So wird etwa eine Petrus-Skulptur beschrieben, "der vor Schreck zitterte angesichts seiner Aufgabe" und dessen "alte Hände (…) ihn soeben im Stich gelassen hatten". Die Skulpturen lösen bei den Betrachtern zudem heftige Gefühlsstürme aus, erzählt der Rezensent. Einige "Durchhänger" im zweiten Teil verzeiht Bender gern - viel zu gut wird er durch diesen Roman unterhalten.