Ganz fabelhaft ist dieses Buch geworden, das John Niven seinem durch Suizid verstorbenen Bruder Gary gewidmet hat, findet Rezensent Joachim Hentschel. Eine Episode um den Besuch einer Kinovorstellung von Spielbergs "Der weiße Hai" erzählt Hentschel ausführlich nach, weil sich in ihr exemplarisch die Verbindung zwischen den beiden Brüdern offenbart, die später ganz unterschiedliche Lebenswege einschlugen - einer als Erfolgsautor, der andere als Kleinkrimineller. In dem Buch erzählt John oft mehr von John als von Gary, stellt Hentschel klar, aber das ist keineswegs ein Nachteil, weil es ohnehin vor allem darum geht, wie man sich im Leben andauernd in anderen Menschen spiegelt, sich an ihnen abgleicht. Das alles ist wunderbar raubeinig erzählt und entwirft ein Bild der britischen Jugendkultur zwischen The Clash und Pillendosen, heißt es weiter. Insgesamt ein wunderbar warmherziges Buch über Geschwisterbeziehungen, freut sich der Rezensent.