Rezensent Alex Rühle kann dem dritten Teil des auf sechs Bände angelegten neuen Opus Karl Ove Knausgårds viel abgewinnen. In diesem Buch ist, so Rühle, alles gewöhnlich und ganz anders: Erst mit der Zeit wird deutlich, dass, nachdem im ersten Band ein neuer Stern am Himmel erschienen war, niemand mehr sterblich ist; die gänzlich durchschnittlichen Hauptfiguren - ein Neurologe, ein Bestatter, eine Künstlerin und ein Lehrer - versuchen, davon zunächst scheinbar unberührt, ihr Leben zu meistern, und haben doch mit der Veränderung umzugehen. Dazu passt laut dem Rezensenten die Mischung aus Horrorgenre, Fantasy und "norwegischem Hyperrealismus", die Knausgårds Werken ihren eigentümlichen Sog verleihe. Besonders angetan zeigt sich Rühle von der psychologischen Finesse des Autors und seiner Fähigkeit, unterhaltsame und überzeugende Dialoge zu gestalten. Mit 2600 Seiten am Ende des dritten Bandes hat Knausgård bereits ein neues Mammutwerk geschaffen - und der Rezensent ist gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.