Schmidt, Susanne. Midlife-Crisis - Von den feministischen Ursprüngen eines Männer-Klischees. Goldmann Verlag, 2025.

Susanne Schmidt

Midlife-Crisis

Von den feministischen Ursprüngen eines Männer-Klischees
  • Goldmann Verlag
  • 2025
  • Taschenbuch
  • 336 Seiten
  • ISBN 9783442317257
Übersetzung: Stefanie Brägelmann / Annika Klapper
Aus dem Englischen von Stefanie Brägelmann und Annika Klapper. Wir alle kennen das stereotype Bild des Mannes, der sich in der berühmten Midlife-Crisis befindet: Seines Alltags als Ehemann und Vater überdrüssig, geht er "nur schnell Zigaretten holen" und braust mit der neuen Freundin im Sportwagen davon, um für immer zu verschwinden. Doch das verbreitete Klischee männlicher Selbstfindung ist nicht der einzige Entwurf der Lebensmitte. Im Gegenteil: Der Begriff Midlife-Crisis hat feministische Ursprünge. Bekannt machte ihn die New Yorker Journalistin Gail Sheehy in ihrem Bestseller "Passages" (1976) um der zunehmenden Unzufriedenheit von Frauen mit ihrer Mutter- und Hausfrauenrolle einen Namen zu verleihen. Die Midlife-Crisis im Sinne eines Neuanfangs in den
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mittleren Lebensjahren einer Frau, verbunden mit weiblichem Aufbegehren und dem Kampf gegen tradierte Geschlechterrollen, verbreitete sich als ein Konzept der Frauenbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre. Im weiteren Verlauf eigneten sich konservative Psychologen, Psychiater und andere Experten den populär gewordenen Begriff an, deuteten ihn radikal um und besetzten ihn neu: Die Midlife-Crisis als männliches Phänomen, gleichbedeutend mit dem Ausstieg der Playboys aus dem Familienleben, war geboren - samt aller mit dieser Idee einhergehenden anti-feministischen Implikationen.

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