Weitgehend interessant ist, was Arne Semsrott hier über eine mögliche Einflussnahme der AfD auf demokratische Prozesse schreibt, findet Rezensent Christian Rabhansl. Das Szenario, das der Politologe Semsrott entwirft, geht noch nicht einmal von einer AfD-Alleinregierung aus, stellt Rabhansl klar, sondern legt dar, wie gefährlich bereits eine AfD-Regierungsbeteiligung wäre. Denn wenn die Partei einige Ministerien kontrollieren würde, fährt die Rekonstruktion des Rezensenten fort, könnte sie bereits über Werkzeuge wie unter anderem Personalwechsel und finanzielle Priorisierung viel Unheil anrichten. Teilweise ist das Buch dem Rezensenten zufolge in einem zu aktivistischen Stil geschrieben, wichtige Differenzen wie die zwischen Bundes- und Landespolitik fallen teilweise unter den Tisch. Interessant sind die Ausführungen dem Rezensenten zufolge dennoch, insbesondere wenn der Autor sich der Frage zuwendet, was gegen eine drohende schleichende Machtübernahme durch Rechtsextreme getan werden kann. Beamte sollen sich schon jetzt vernetzen, um das Schlimmste zu verhindern, fordert Semsrott in Rabhansls Darstellung, und auch die Politik muss demokratische Strukturen stärken, was bisher zu wenig passiert. Auch hier stimmt Rabhansl der Argumentation nicht komplett zu und verweist auf Reformen in Sachen Verfassungsgericht. Insgesamt jedoch lässt der Kritiker sich von dieser Veröffentlichung gern über kommende Gefahren informieren.