Angesichts der zahlreichen gewaltvollen Konflikte auf der Welt stellt sich eine dringende Frage, so Rezensentin Dagmar Fröhlich: Woher kommt der Krieg überhaupt? Oder anders gefragt: Haben Menschen schon immer Krieg geführt? Und wenn nicht, wann und wieso haben sie damit begonnen? Um dieser Frage nachzugehen haben sich nun ein Archäologe, ein Historiker und ein Verhaltensforscher zusammengetan und akribisch, "mit viel Herzblut" die wenigen Daten analysiert, die vorliegen. Dabei kommen sie zu einer Analyse, die im Kern nicht unbedingt neu ist, und in der Hoffnung und Tragik zugleich liegen: Der Krieg sei durchaus kein zwingender Bestandteil menschlichen Zusammenlebens, sondern ein Produkt der "Zivilisation", das, wie so viele Übel, erst mit der Sesshaftwerdung der Menschen vor ca. 10.000 Jahren entstanden sei, lesen wir. Das heißt: Menschen sind nicht von Natur aus kriegerisch. Eine Rückkehr in die Vergangenheit möchte sich die Kritikerin allerdings lieber auch nicht ausmalen. Dennoch ist "Die Evolution der Gewalt" ein wichtiges und lehrreiches Buch, glaubt die Rezensentin, wenn wir das Wissen, das darin vermittelt wird, richtig anwenden, heißt: Wenn wir von den Gemeinschaften der Jägerinnen und Sammler damals lernen, ohne ihre Art des Zusammenlebens kopieren zu wollen.