Viel anfangen kann Rezensentin Marie Dürr mit diesem Buch, das ein "Was wäre, wenn"-Szenario entwirft. Konkret setzt Anne Sauers Roman mit Toni ein, einer Mittdreißigerin, die ein Kind möchte, und die plötzlich in einem anderen Leben aufwächst, nämlich in dem Antonias, einer Frau, die anders als sie selbst, nicht in die Stadt gezogen ist, sondern weiter auf dem Dorf lebt und Mutter ist. Tatsächlich geht es in diesem Buch, erklärt uns Dürr, gar nicht um das "Was wäre, wenn", sondern darum, was die Figuren wirklich wollen, sowohl Toni als auch Antonia müssen sich zu den Erwartungen verhalten, die die Gesellschaft an sie als Frauen richtet, ihre Partner sind oft alles andere als empathisch, Toni etwa muss sich überlegen, ob es wirklich sie selbst ist, die ein Kind will. Ein schnell lesbares, reich- und facettenreiches Buch über Frauen und ihr Selbstverständnis hat Sauer geschrieben, heißt es am Ende der positiven Rezension.