Welche Folgen hat autobiografische Prosa, fragt sich Rezensentin Birgit Schmid nach der Lektüre des neuen Romans von Julia Schoch und findet nur lobende Worte für das literarische Wagnis der deutschen Schriftstellerin. Die "Zumutung der Autofiktion", wie Schmid diese Geste nennt, bestehe darin, nicht nur über sich selbst, sondern auch über andere, existierende Personen. zu schreiben. Wenn man so bedingungslos schreibt wie Schoch, nimmt man das aber auf sich, erklärt Schmid und würdigt dabei ihr Verfahren: Schoch gehe nicht dokumentarisch vor und distanziere sich von emotionalisierenden wie psychologisierenden Darstellungen. Vielmehr stehe das Verstehen im Mittelpunkt des Schreibens, was Schmid gut gefällt. In diesem Band ihrer Romanfolge verbindet Schoch ein Erlebnis aus ihrer Erwachsenenzeit - eine Affäre mit einem katalanischen Schriftsteller - mit einem Erlebnis aus ihrer Kindheit, als sie einen Soldaten kennenlernt, der sie in ihrem "wilden Traum" der Schriftstellerei bestärkt. Und gerade in diesem dritten Band denke sie darüber nach, was das Schreiben für ihre Angehörigen bedeute: Nervenzusammenbrüche und Kränkungen - zum Beispiel durch das Erzählen der Affäre. Aber es geht eben darum, im Schreiben die Zuversicht der jungen Jahre wiederzufinden, schließt Schmid anerkennend.