Angeregt liest Rezensentin Katrin Gottschalk Paula Irmschlers Roman über eine Mutter-Tochter-Beziehung, in dem nicht alles auserzählt wird. Zum Beispiel erfährt Gottschalk nicht, warum sich die beiden Hauptfiguren, die in Köln lebende Tochter Karla sowie die in Leipzig lebende Mutter Gerda, einander entfremdet haben. Genau charakterisiert werden die Figuren aber, lesen wir, die ebenfalls im Osten aufgewachsene Karla lebt eher zurückgezogen, Gerda hat in ihrem Leben noch einiges vor. Gottschalk macht sich Gedanken darüber, inwiefern der Pragmatismus hinsichtlich zwischenmenschlicher Beziehungen, der immer wieder im Buch aufscheint, etwas mit ostdeutscher Prägung zu tun hat. Jedenfalls belastet Irmschler ihre Figuren nicht damit, ständig für die ganz großen Themen einstehen zu müssen, freut sich die Rezensentin, und lustig ist das Buch auch immer wieder. Insgesamt etabliert sich hier eine eigenständige Stimme in der literarischen Auseinandersetzung mit Ostdeutschland, so das positive Fazit.