Begeistert ist Rezensent Holger Gertz von Uwe Timms Erinnerungsbuch, in dem der Beruf des Kürschners, des Pelzbearbeiters, im Zentrum steht. Timm hat diesen Beruf selbst gelernt und ausgeübt, das Buch ist dementsprechend detailliert und wunderbar kenntnisreich geschrieben, schwärmt der Rezensent, während er von Feh (Eichhörnchens Winterfell) liest oder Pumpf (dem Fell direkt vor dem Schweif). Timm machte seine Lehre im Hamburg der Nachkriegszeit, als es langsam wieder aufwärts ging. Die Lehre war Teil davon, ebenso wie die Bücher, die er - unter einer Leseschwäche leidend, aber angeregt durch seinen Berufsschullehrer - entdeckte: Brehms Tierleben, Humboldt, Salinger oder Camus, erfahren wir. Man spürt wie beeindruckt Gertz von diesem Leben ist, das so stark in der Realität eines Gewerbes ankert und gleichzeitig begierig ist, seinen Blick zu weiten. Auch das Nachkriegsdeutschland nimmt so für den Kritiker Gestalt an. Das perfekte Gegengift gegen die Oberflächlichkeit unserer Zeit im Allgemeinen und der sozialen Medien im Besonderen, findet Gertz, der diesen Roman wärmstens empfiehlt.