Wirklich glücklich wird Rezensent Eberhard Rathgeb nicht mit Barbara Kingsolvers Buch, das die Lebensgeschichte eines Jungen erzählt, der in den USA in einer ländlichen, von Armut, Drogenmissbrauch und Verfall geprägten Gegend aufwächst. Wie schon der Titel nahelegt, schließt der Roman in gewisser Hinsicht an Dickens' "David Copperfield" an, wobei es auch Unterschiede gibt: so wird die Titelfigur bei Kingsolver zum Beispiel nicht Schriftsteller, sondern Comicautor werden. Hier setzt auch schon Rathgebs Kritik an, der anerkennt, dass die knallige Comicsprache und ihre Zuspitzungen einen gewissen Reiz haben; nur leider, so der Einwand, beißt sie sich mit der epischen Romanform, die Kingsolver eben auch bedient. Ansonsten hätte der Rezensent sich gewünscht, dass die Autorin sich stärker von der Vorlage löst, etwa mithilfe einer weiblichen Hauptfigur. So bleibt das, heißt es weiter, ein arg klassischer Jungsroman, und auch mit der Beschreibung des Provinzelends, das dem Leser doch vor allem zur Unterhaltung dargeboten wird, kann sich Rathgeb nicht anfreunden. Einigermaßen glaubwürdig ist das ja alles, konzediert er, aber letztlich wird die Lesefreude aufs Daumendrücken für den Protagonisten reduziert.